Mittel gegen Sodbrennen: Medikamente und Verhalten

Gelegentliches Sodbrennen nach umfangreichen Mahlzeiten kennt jeder: Wenn man sich hinlegt, kann es sein, dass etwas Magensäure in die Speiseröhre läuft. Wer öfter darunter leidet, sollte etwas dagegen unternehmen.

Seltenes Sodbrennen nach Festessen ist normal und kein Grund zur Besorgnis. Dieses ist dadurch zu erklären, dass saurer Speisebrei in die Speiseröhre zurückfließt und das Brennen hervorruft.

Wer hin und wieder einmal Sodbrennen hat, kann einfach ein Glas Milch trinken oder etwas Brot, Zwieback oder eine Banane essen. Diese binden die Magensäure. Das ist auch hilfreich für Schwangere, die manchmal unter Sodbrennen leiden. Außerdem sind rezeptfreie Mittel gegen Sodbrennen in der Apotheke erhältlich, die man aber nur über einen kurzen Zeitraum anwenden darf.

Wenn man jedoch öfter darunter leidet, spricht man von einer Refluxkrankheit. Sie kann zu Schädigungen führen: So ist es zum Beispiel möglich, dass sich durch die Säure die Speiseröhre entzündet und es zu Blutungen kommt. Die Zellen können entarten und sich in Krebszellen umwandeln. Darüber hinaus entstehen möglicherweise Verengungen. Außerdem greift die Magensäure die Zähne und die Magenschleimhaut an. Auch dort können sich Geschwüre entwickeln. Zudem besteht ein bisher ungeklärter Zusammenhang mit Asthma.

Wenn man häufiger ein Problem mit Sodbrennen hat, sollte man sich vom Arzt beraten lassen. Mit einer Magenspiegelung kann er feststellen, ob die Speiseröhre bereits geschädigt ist. In der Regel verschreibt er für kurze Zeit ein Mittel, welches die Säure neutralisiert. Dieses nimmt man etwa zwei Stunden vor dem Schlafengehen ein. Außerdem müssen die Betroffenen meistens ein H2-Antihistaminikum einnehmen, welches die Angriffsstellen für Histamin besetzt, einem Botenstoff, der die Bildung und Freisetzung der Magensäure steuert. Darüber hinaus verordnet der Arzt einen sogenannten Protonenpumpenhemmer, der ein Enzym hemmt, welches dafür verantwortlich ist, dass Magensäure in den Mageninhalt fließt. Dieses Medikament nehmen die Patienten vor allem morgens ein, da zu dieser Zeit das Enzym gebildet wird.

Wer unter Sodbrennen leidet, sollte auch seine Ernährungsgewohnheiten umstellen: So hilft es, mehrere kleine Mahlzeiten statt ­wenige große am Tag zu sich zu nehmen. Am besten isst man abends nach 18 Uhr oder vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr. Außerdem lindert es die Beschwerden, wenn man reizende Getränke wie Kaffee, Fruchtsäfte mit viel Säure und Alkohol nur in Maßen genießt. Ebenso sollte man auf stark gewürzte, gebratene und zu süße Speisen verzichten. Nicht zuletzt ist es ratsam, das Rauchen einzuschränken. Hilfreich wirkt es dagegen, wenn man viel trinkt und Kaugummi kaut. Die Beschwerden lassen sich auch lindern, wenn man das Rückenteil des Betts hochstellt oder einige Kissen und Decken als Kopfstütze verwendet, sodass der Reflux eingedämmt wird. Tagsüber sollte man Sport treiben, da dieser die Bewegung der Speiseröhre und auch die Verdauung unterstützt. Eine Gewichtsabnahme kann die Gesundung ebenfalls fördern. Gegen Blähungen und Verdauungsbeschwerden, die im Zusammenhang mit Reflux auftreten können, helfen zum Beispiel Tees, die Kümmel und Fenchel enthalten.