Sport organisieren lernen: das Sportmanagement Studium

Sport begeistert nicht nur Groß und Klein, Sport ist auch ein Geschäft. Ob die Formel 1 mit ihren Stars oder die hochbezahlten Profis der Bundesliga: Der Deutschen liebste Freizeitbeschäftigung bewegt viel Geld.

Sport bedeutet nicht nur Bewegung, er bewegt auch im wahrsten Sinne des Wortes. Denn mittlerweile ist er zur Industrie geworden, die Gewinne verspricht, aber auch zu Verlusten führen kann. Große Clubs sind Wirtschaftsunternehmen und auch kleine Breitensportvereine beschäftigen oft hauptberufliche Geschäftsführer. Darüber hinaus veranlasst Sport riesige Investitionen und stößt Entwicklungen an. Beispiele hierfür sind die Olympischen Spiele 1972, die zu einem S-Bahnnetz und zu einem ausgedehnten Olympiagelände führten, die Fußball WM 2006, bei der rund 1 Milliarde Euro bewegt wurden oder die Investitionen, die mit dem Zuschlag zu den Olympischen Winterspielen 2018 verbunden wären. Aber auch die Organisation des Breitensportes nimmt immer größere Dimensionen an. Das liegt im Interesse der Gesundheitskassen, die Prävention im Blick haben, Unternehmen, die leistungsfähige Mitarbeiter erwarten und der Politik, die weiß, dass eine vernünftige Sportinfrastruktur ihre Wähler zufriedenstellt. Bereits hier zeigen sich klare Schnittstellen zur Betriebswirtschaftslehre und der Gesundheitsorganisation.

Dementsprechend breit ist das Studium Sportmanagement aufgestellt. Hier ist der Allrounder gefragt, der die Basiskenntnisse dazu besitzt, sich in der komplexen Sportbranche und ihren Verästelungen zurechtzufinden. Die Grundlage hierfür bietet die klassische Betriebswirtschaftslehre, auf der spezifische Disziplinen wie Sportmarketing oder Sponsoring aufbauen. Im Grundstudium finden sich daher Fächer wie Marketing, Recht, Steuerlehre, klassisches Controlling, Qualitätsmanagement und Finanzierung wieder. Im Hauptstudium erfolgen dann die Spezialisierung und die Abgrenzung von den normalen Wirtschaftswissenschaften durch Inhalte wie Sportmanagement, Sportmarketing, Sportfinanzierung und Sportrecht. Da - wie in der gesamten Industrie - die Internationalisierung auch im Sport voranschreitet, stehen oft zusätzlich die Fremdsprachen Englisch, Französisch, Spanisch oder Chinesisch auf dem Stundenplan.

Die Sportindustrie ist klar auf Wachstum ausgerichtet. So arbeiten in Europa rund 16 Millionen Menschen in diesem Wirtschaftsfeld, Tendenz klar steigend. Es wächst also auch der Bedarf an gut ausgebildetem Personal, das diesen Bereich organisiert. Und das gilt sowohl für den professionell geführten Bundesliga-Club als auch für kommerzielle Sportanlagen, gewöhnliche Sportvereine oder die Sportartikelindustrie. Wer ein entsprechendes Studium aufnehmen will, sollte grundsätzlich auch Studienvoraussetzungen für die klassische Betriebswirtschaftslehre mitbringen. Das heißt, eine gewisse Affinität zu Zahlen, strukturiertem Arbeiten und wirtschaftlichen Zusammenhängen sollte vorhanden sein. Auch wenn das Sportmanagement Studium kein Sportstudium ist, schadet es nichts, wenn auch angehende Sportmanager Sport treiben und sich auch für das sportliche Umfeld interessieren.

Sportmanagement kann man an zahlreichen Universitäten in Deutschland studieren. Die Aufnahmevoraussetzungen sind hierbei unterschiedlich. Es ist aber möglich, dass Zulassungsbeschränkungen gelten oder ein anspruchsvoller Test vor dem Studium steht, bei dem man seine sportlichen Fähigkeiten, vom Bodenturnen bis zum Schwimmen, unter Beweis stellen muss. Denn: Für dieses Studium sind nun einmal Allrounder gesucht.